{"id":5810,"date":"2020-03-05T12:00:50","date_gmt":"2020-03-04T22:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dexeus.com\/blog\/aktuell\/limportance-de-preserver-un-bon-equilibre-psychologique-pendant-les-traitements-dassistance-medicale-a-la-procreation\/"},"modified":"2020-03-07T02:48:57","modified_gmt":"2020-03-06T12:48:57","slug":"die-wichtigkeit-der-wahrung-der-psychischen-ausgeglichenheit-bei-behandlungen-assistierter-reproduktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dexeus.com\/blog\/de\/fruchtbarkeit\/die-wichtigkeit-der-wahrung-der-psychischen-ausgeglichenheit-bei-behandlungen-assistierter-reproduktion\/","title":{"rendered":"Die Wichtigkeit der Wahrung der psychischen Ausgeglichenheit bei Behandlungen assistierter Reproduktion"},"content":{"rendered":"<p>Eine Behandlung mit Techniken assistierter Reproduktion kann eine schwierige und belastende Erfahrung sein. <strong>Fiammetta Grignolo<\/strong>, Psychologin unserer <strong>Psychologischen Abteilung<\/strong>, behandelt in diesem Beitrag die Auswirkungen von Therapien assistierter Reproduktion auf das eigene Leben und auf das Paarleben, sowie die Wichtigkeit die psychischen Leiden, die diese nach sich ziehen k\u00f6nnen, unter Kontrolle zu halten.<\/p>\n<p>Schwierigkeiten bei der Fortpflanzung k\u00f6nnen eine starke <strong>emotionale Krise<\/strong> sowohl bei der Frau als auch in der Partnerbeziehung ausl\u00f6sen. Diese k\u00f6nnen sich mit Gef\u00fchlen der Negation, des Verlustes, der Angst und der Unruhe \u00e4u\u00dfern. Sich einer Behandlung assistierter Reproduktion zu unterziehen bedeutet zwar die M\u00f6glichkeit den Kinderwunsch erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, bedeutet aber auch sich mit einer neuen und unbekannten Situation auseinandersetzen zu m\u00fcssen, die von Ungewissheit und Unabsehbarkeit gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p>90% der Patienten betrachtet die Reproduktionsbehandlung als <strong>eine belastende Erfahrung<\/strong> mit starken Auswirkungen auf pers\u00f6nlicher und sozialer Ebene. Wenn dabei der Stresspegel allzu hohe Niveaus erreicht, kann die Stresssituation lange anhalten. Wenn man zudem \u00fcber keine geeigneten Strategien verf\u00fcgt, um diese langanhaltenden Stresssituation zu bew\u00e4ltigen, folgen psychische Leiden, die negative Folgen auf die Lebensqualit\u00e4t haben k\u00f6nnen und sogar zum Abbruch der Behandlung f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Angstzust\u00e4nde<\/strong>, die eine akute psychophysische Anspannung implizieren, sind die psychischen St\u00f6rungen, die am h\u00e4ufigsten mit der Durchf\u00fchrung von Therapien assistierter Reproduktion verkn\u00fcpft sind.<\/p>\n<p>Auch <strong>depressive Gem\u00fctszust\u00e4nde<\/strong> sind eine h\u00e4ufige Belastung, die vor allem nach mehreren erfolglosen Behandlungen auftaucht. Depression hat oftmals einen Verlust zur Ursache, im Falle der Unfruchtbarkeit ist dieser Verlust die Unf\u00e4higkeit, ein Kind auf nat\u00fcrliche Weise zu zeugen.<\/p>\n<p>Es gibt zahlreiche <strong>kritische Momente<\/strong> in einem Behandlungszyklus: die Diagnose, die Entwicklung der Embryonen, die Wartezeit beim Schwangerschaftstest\u2026 Die Erfolglosigkeit der Behandlung oder eine Fehlgeburt sind am schwierigsten zu bew\u00e4ltigen und k\u00f6nnen schmerzhafte Trauererfahrungen, Schuldgef\u00fchle, Selbstvorw\u00fcrfe und St\u00f6rungen des Gem\u00fctszustandes zur Folge haben.<\/p>\n<p>Auch wenn die Behandlung erfolgreich abl\u00e4uft k\u00f6nnen die entstehenden Gef\u00fchle beklemmend und ambivalent sein: schwankende Emotionen zwischen Gl\u00fccksgef\u00fchl und Besorgnis, um eventuelle Komplikationen w\u00e4hrend der Schwangerschaft.<\/p>\n<p>Um den Personen mit Schwierigkeiten bei der Zeugung Hilfe zu leisten, haben wir <strong>Behandlungsprogramme<\/strong> zur Vorbeugung psychischer St\u00f6rungen und zur ausgeglichenen Bew\u00e4ltigung von Reproduktionsbehandlungen entworfen.<\/p>\n<p><strong>Die Ziele der psychologischen Therapie sind: <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>\u00dcber eigene Emotionen ruhig reden zu k\u00f6nnen und negative Gef\u00fchle in den Griff zu bekommen<\/li>\n<li>Die Ursachen der psychischen Belastung zu identifizieren und Gef\u00fchle der Angst oder der Bedr\u00fccktheit, und ihre eventuellen physischen Auswirkungen, zu kontrollieren<\/li>\n<li>Adaptive und funktionale Verhaltensweisen zu f\u00f6rdern<\/li>\n<li>Eine kognitive Restrukturierung st\u00f6render Gedanken zu erarbeiten und eine ad\u00e4quate Auslegung des eigenen Lebens zu f\u00f6rdern<\/li>\n<li>Selbstbehauptung und Kommunikationskompetenzen im eigenen sozialen Umfeld und in der Partnerschaft zu \u00fcben<\/li>\n<li>Eine lohnenswerte Lebensqualit\u00e4t w\u00e4hrend des Prozesses aufrechtzuerhalten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die psychische Betreuung sollte schon <strong>in der Anfangsphase <\/strong>des Prozesses der assistierten Reproduktion beginnen. Dadurch wird ein Raum f\u00fcr die Patienten geschaffen, der das Ansprechen und \u00dcberwinden der eigenen Schwierigkeiten f\u00f6rdern soll. Auch die Auseinandersetzung mit dem <strong>Gef\u00fchl der Andersartigkeit<\/strong> gegen\u00fcber Personen, die eine nat\u00fcrliche Schwangerschaft erzielen konnten, wird erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><strong>Die Therapie beinhaltet folgende Phasen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Einsch\u00e4tzung der emotionalen Leiden des Patienten oder des Paares<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Vorstellungsgespr\u00e4ch werden die Angst-, Traurigkeits- und Stresspegel, eventuell anhand spezifischer Tests, bewertet. Psychische St\u00f6rungen oder unangemessene Vorstellungen, die im Ursprung der schmerzhaften Gef\u00fchle liegen, werden identifiziert.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Anwendung von kognitiven Selbstkontrolle-Methoden<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Es werden funktionale Verhaltensweisen, sowie rationale und konstruktive Verhaltensmuster f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der komplexen Phasen der Behandlung erlernt.<\/p>\n<p>Entspannungstechniken als wertvolle Erg\u00e4nzung f\u00fcr den Umgang mit Angstzust\u00e4nden werden vorgestellt und ge\u00fcbt.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>\u00c4nderung der Vermeidungs-Verhaltensweisen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Oftmals werden Reproduktionsbehandlungen verheimlicht. Es wird versucht, die damit zusammenh\u00e4ngende soziale und famili\u00e4re Isolierung aufzuheben.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Aufbau eines effektiven Kommunikations-Systems<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Dialog und Kommunikation leiden unter Stresssituationen. Der Austausch wird d\u00fcrftiger, nicht nur im Rahmen der Partnerschaft, sondern auch mit dem medizinischen Team, der Familie und dem sozialen Umfeld. Mit der Therapie wird diese Tendenz kompensiert.<\/p>\n<p>Die Selbstbehauptung wird ge\u00fcbt, um kritische Situationen bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, wie, beispielsweise, eine Genehmigung bei der Arbeit zu beantragen, um \u00e4rztliche Termine wahrnehmen zu k\u00f6nnen, an sozialen Veranstaltungen mit Kindern teilzunehmen oder auf andeutende Fragen vom Umfeld ruhig und sicher antworten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Diversifizierung der sozialen Unterst\u00fctzung<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Auswahlf\u00e4higkeit der geeigneten Unterst\u00fctzungsfiguren wird verbessert, damit die Verantwortung der gegenseitigen emotionalen Unterst\u00fctzung nicht zur G\u00e4nze auf den Partner f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Wenn es in der Partnerschaft wesentliche Meinungsverschiedenheiten bez\u00fcglich des Bedarfs an \u00e4u\u00dferer Unterst\u00fctzung gibt, wird ein Abkommen \u00fcber die Art und der Reichweite der Informationen, die mit anderen geteilt werden kann, erarbeitet.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Planung aufbauender Freizeit-Aktivit\u00e4ten<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Patienten werden aufgemuntert positive, aufbauende Aktivit\u00e4ten zu planen und durchzuf\u00fchren. Aufgrund der zahlreichen Termine im Rahmen einer Behandlung, und der davon abh\u00e4ngigen Emotionen, ist es manchmal schwierig Zeit daf\u00fcr zu finden.<\/p>\n<p>Die Planung hat einen doppelten Zweck, einerseits sich abzulenken, andererseits sicherzustellen, dass die Fruchtbarkeitsprobleme die fr\u00fcheren Vergn\u00fcgungsquellen nicht beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Die Unfruchtbarkeit ist ein komplexes Problem, das eine ganzheitliche therapeutische Herangehensweise verlangt, die die St\u00e4rkung der pers\u00f6nlichen Ressourcen zum Ziel hat, um somit die negativen Auswirkungen zu verringern.<\/p>\n<p>Der Kinderwunsch macht einen gro\u00dfen Teil des eigenen Lebens aus, aber die Schwierigkeiten, diesen zu erf\u00fcllen, sollten die Lebensqualit\u00e4t nicht drastisch reduzieren. Es ist wichtig, ein vern\u00fcnftiges Niveau psychischer Ausgeglichenheit w\u00e4hrend der Reproduktionsbehandlungen aufrechtzuerhalten, indem man die Quellen positiver Gef\u00fchle -aufbauende Aktivit\u00e4ten-, die sozialen Beziehungen und das Paarleben pflegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Behandlung mit Techniken assistierter Reproduktion kann eine schwierige und belastende Erfahrung sein. Fiammetta Grignolo, Psychologin unserer Psychologischen Abteilung, behandelt in diesem Beitrag die Auswirkungen von Therapien assistierter Reproduktion auf das eigene Leben und auf das Paarleben, sowie die Wichtigkeit die psychischen Leiden, die diese nach sich ziehen k\u00f6nnen, unter Kontrolle zu halten. 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