Die Betreuung von Patientinnen in der Reproduktionsmedizin bei Dexeus Mujer

Interview mit Dr. Marta Devesa, Leiterin der Abteilung für Assistierte Reproduktion bei Dexeus Mujer:

Das Erste, was wir tun, ist zuzuhören und die Situation der Patientin zu verstehen

Wenn eine Frau eine Behandlung der assistierten Reproduktion beginnt, engagiert sie sich nicht nur körperlich. Sie bringt auch ihre Gefühle, ihre Hoffnungen und oft die Erfahrungen eines langen vorherigen Weges mit ein, der manchmal von Verlusten oder Unsicherheit geprägt war. Deshalb haben wir bei Dexeus Mujer ein Betreuungsmodell entwickelt, das das Wohlbefinden der Patientin in den Mittelpunkt aller Entscheidungen stellt. Wir wissen, dass dieser Prozess Auswirkungen hat, und möchten sicherstellen, dass er möglichst positiv erlebt wird und keine unnötige körperliche oder emotionale Belastung verursacht.

In diesem Beitrag erklärt Dr. Marta Devesa, Leiterin der Abteilung für Assistierte Reproduktion bei Dexeus Mujer, worin dieses Modell besteht und welche Vorteile es bietet.

„Das Erste, was wir tun, ist zuzuhören und die Situation der Patientin zu verstehen“

Was kann eine Patientin erwarten, wenn sie erstmals in Ihre Sprechstunde kommt?
Das Erste, was wir tun, ist, ihr zuzuhören und ihre Situation zu verstehen. Kein Fall gleicht dem anderen. Deshalb arbeiten wir mit einer detaillierten und individuellen Analyse. Unser Ziel ist es, für jede Frau und ihre persönlichen Bedürfnisse die bestmögliche Behandlung zu finden.

Wie wird entschieden, welche Behandlung am besten geeignet ist?
Der erste Schritt besteht darin, die Krankengeschichte der Patientin zu erfassen und die notwendigen Untersuchungen durchzuführen, um ihre reproduktive Gesundheit zu beurteilen. Diese Phase hilft uns auch zu verstehen, welche Erfahrungen sie bereits gemacht hat, welche Fragen sie hat und welche Erwartungen sie an die Unterstützung stellt, die wir ihr bieten können.

Was uns auszeichnet

Was bietet Dexeus, das andere Zentren nicht bieten?
Der Unterschied besteht darin, dass wir ein ausschließlich auf Frauengesundheit spezialisiertes Zentrum sind, das die Bereiche Gynäkologie, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin umfasst sowie eine spezialisierte Einheit für die sexuelle und reproduktive Gesundheit des Mannes. Dadurch können wir alle Bedürfnisse abdecken. Zudem verfügen wir über ein multidisziplinäres Team aus Gynäkologen, Andrologen, Biologen, Geburtshelfern, Spezialisten für bildgebende Diagnostik, Genetikern, Psychologen und weiteren Fachkräften, die eng zusammenarbeiten. Diese Struktur ermöglicht es, den gesamten Prozess effizienter zu gestalten und eine umfassendere Betreuung anzubieten.

Was ist der nächste Schritt nach der medizinischen Beurteilung?
Wir informieren die Patientin über alle in ihrem Fall möglichen Optionen und erläutern, welche die größten Erfolgschancen bietet und am besten zu ihrer persönlichen Situation passt.

Was passiert, wenn sie sich für die Option mit den geringsten Erfolgsaussichten entscheidet?
Wenn unsere Patientinnen und Patienten eine Entscheidung treffen, geschieht dies auf der Grundlage umfassender Informationen. Uns ist wichtig, dass sie die erhaltenen Informationen vollständig verstehen – mit allen Vor- und Nachteilen, den verfügbaren Optionen und den zu erwartenden Ergebnissen. Manchmal sind die Chancen, mit den eigenen Eizellen ein Kind zu bekommen, nahezu gleich null. In solchen Situationen sind wir immer sehr ehrlich, weil wir nicht möchten, dass eine Behandlung ohne realistische Perspektive unnötig verlängert wird. Wenn die Patientin dennoch weitermachen möchte, unterstützen wir sie dabei. Unsere Aufgabe besteht darin, zu begleiten, zu beraten und Orientierung zu geben, wobei wir die Autonomie der Patientin so weit wie möglich respektieren.

Die Auswirkungen der Behandlung
Unser Ziel: möglichst geringe Belastung

Behandlungen der assistierten Reproduktion können sehr anspruchsvoll sein. Wie gehen Sie mit dieser Belastung um?
Wir sind uns der Belastung, die solche Behandlungen mit sich bringen können, sehr bewusst. Deshalb verfolgen wir das Ziel, unseren Patientinnen und Patienten zu helfen, ihr Ziel mit möglichst geringer Belastung zu erreichen – also mit der geringstmöglichen Anzahl an Behandlungsversuchen. Dabei verlieren wir weder die körperliche noch die emotionale Seite des Prozesses aus dem Blick.

Kommen viele Patientinnen zu Ihnen, die bereits andere Zentren aufgesucht haben?
Ja. Etwa 25 % unserer Patientinnen kommen zu uns, nachdem Behandlungen in anderen Einrichtungen erfolglos geblieben sind. Unser Team ist auf komplexe Fälle und Frauen in fortgeschrittenem mütterlichem Alter spezialisiert. Dadurch können wir eine fachkundige, realistische, aber zugleich hoffnungsvolle Perspektive bieten. Darüber hinaus führen wir zahlreiche Forschungsprojekte durch – sowohl eigene als auch multizentrische Studien –, von denen sich viele auf komplexe Patientinnenprofile konzentrieren.

Welche Vorteile bietet die Forschung?
Die Möglichkeit, klinische Forschung zu betreiben, ist nicht nur für die Patientinnen von Vorteil, sondern auch für die Fachkräfte. Sie ermöglicht es uns, stets auf dem neuesten Stand wissenschaftlicher Entwicklungen zu bleiben und in den wichtigsten Fachgesellschaften unseres Bereichs aktiv mitzuwirken. Kurz gesagt: Sie hilft uns, die neuesten wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Empfehlungen zu verfolgen, um für jeden Einzelfall die bestmögliche Behandlung anbieten zu können.

Immer mehr Zentren entscheiden sich für den Transfer eines einzelnen Embryos. Verringert das die Chancen auf eine Schwangerschaft?
Wir übertragen fast immer nur einen Embryo – denjenigen mit der höchsten Qualität und dem größten Erfolgspotenzial. Diese Entscheidung basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und dient der Sicherheit der Patientin, da nachgewiesen wurde, dass sie Risiken reduziert und die Wahrscheinlichkeit einer komplikationsfreien, erfolgreichen Schwangerschaft erhöht.

Welche Rolle spielt Technologie in Ihrem Arbeitsalltag?
Eine sehr große. Bei Dexeus Mujer verfügen wir über modernste Technologien und haben Systeme der Künstlichen Intelligenz (KI) eingeführt, die uns dabei helfen, die Auswahl der Embryonen zu optimieren.

Der menschliche Aspekt
Begleitung während der gesamten Behandlung und Leistungen, die das Erlebnis verbessern

Wie berücksichtigen Sie die menschliche Seite des Prozesses?
Sie ist von entscheidender Bedeutung. Wir bieten während der gesamten Behandlung eine individuelle Begleitung an, unter anderem durch unsere Fertility Coach. Dabei handelt es sich um eine reale Ansprechperson, die organisatorische Abläufe erleichtert und alle Fragen beantwortet, die die Patientin während des gesamten Prozesses haben kann. Darüber hinaus stellen wir weitere Hilfsmittel zur Verfügung, beispielsweise eine App zur Embryonenbeobachtung, mit der die Entwicklung der Embryonen verfolgt werden kann, einen Chat mit unserem Pflegeteam für Fragen zur Behandlung sowie erklärende Videos.

Wie gehen Sie mit Situationen um, in denen „schlechte Nachrichten“ übermittelt werden müssen, etwa wenn eine Behandlung nicht erfolgreich war oder sich Embryonen nicht wie erwartet entwickeln?
Bei Dexeus Mujer verfügen wir über eine psychologische Abteilung, die Patientinnen im Rahmen einer IVF-Behandlung kostenlose Gespräche zur emotionalen Unterstützung anbietet. Darüber hinaus nimmt unser Biologenteam persönlich Kontakt mit den Patientinnen auf, um den Verlauf der Prozesse im Labor zu erläutern und Informationen aus erster Hand bereitzustellen.

Wie gehen Sie mit den Erwartungen der Patientinnen um?
Mit Ehrlichkeit und Realismus. Statistiken können Orientierung geben, doch letztlich ist jeder Fall einzigartig. Entscheidend ist, dass die Patientinnen und Patienten umfassend informiert sind. Dadurch können sie aktiv an den Entscheidungen teilnehmen und ihre Erwartungen besser steuern. Dies trägt zweifellos dazu bei, dass die Erfahrung – unabhängig vom Ergebnis – positiver erlebt wird.

Wie würden Sie zusammenfassen, was Sie Menschen bieten möchten, die diesen Weg beginnen?
Bei Dexeus Mujer verbinden wir Erfahrung, fachliches Urteilsvermögen, Wissen, wissenschaftliche Strenge und modernste Technologie mit emotionaler Unterstützung und persönlicher Begleitung. Unser Ziel ist es, dass jede Frau – und gegebenenfalls ihr Partner – diesen Weg mit Vertrauen geht, sich informiert, gehört und aktiv eingebunden fühlt und ihr Ziel erreicht in dem Wissen, nicht nur die bestmögliche Behandlung erhalten zu haben, sondern auch einen Weg erlebt zu haben, der sich gelohnt hat.